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Die thailändische Sprache unterscheidet sich gänzlich von der deutschen Sprache, hat also keine einzige Gemeinsamkeit. Es ist deshalb viel Geduld und viel Zeit nötig, um diese Sprache annähernd zu erlernen. Mit
annähernd meine ich sagen zu können, das es so gut wie keine deutschprachigen Personen gibt, die wirklich der Thaisprache mächtig sind (schreiben, lesen, spechen, verstehen).
Ich kenne mittlerweile viele Deutsche, welche mehr oder weniger mit der thailändischen Kultur verbunden sind, doch so gut wie niemand von ihnen ist der thailändischen Sprache wirklich mächtig. Diese
komplexe Sprache zu erlernen ist nach meiner Meinung nur möglich, wenn man in Thailand leben kann, oder zumindest durch längere Aufenthalte dort.
Aus diesem Grund ist das erlernen der thailändischen Sprache in der Tat eine große Herausforderung ! Dieser habe ich mich schon seit einiger Zeit gestellt, stelle aber jeden Tag auf’s neue fest, das ich meine
Grenzen schnell erreicht habe, wenn es darum geht telefonisch etwas abzuklären, oder einen thailändischen Brief zu lesen.
Das thailändische Alphabet besteht aus - 44 Konsonaten (mittlere, hohe, tiefe - gepaarte und ungepaarte, sowie Doppelkonsonanten) - 32 Vokalzeichen (lange und kurze) - 4 Tonzeichen
Die Vokale werden in verschiedenen Positionen um die Konsonanten geschrieben, also davor, dahinter, darüber, oder darunter. Je nachdem wo die Vokale angeordnet sind, hat dieser (gleiche Konsonant) eine total andere
Bedeutung.
Die Tonzeichen werden über den Konsonant geschrieben. Befindet sich über dem Konsonat bereits ein Vokal, so wird das Tonzeichen noch über dem Vokal positioniert. Diese Tonzeichen sind sehr wichtig,
denn die Thaisprache ist eine sogenannte “tonale Sprache”. Daher gibt es fünf verschiedene Tonlagen, - normaler, tiefer, steigender, fallender und hoher Ton
welche den Sinn, also die Bedeutung des Wortes verändern. Ein Konsonant mit einem Vokal und einem unterschiedlichen Tonzeichen, hat daher eine andere Bedeutung. Zusätzlich hängt die Betonung auch noch von der
- Klassifizierung des Startkonsonaten (mittlere, hohe, tiefe - gepaarte und ungepaarte, sowie Doppelkonsonanten) - Länge des Vokals (langer oder kurzer Vokal)
- eben der Tonzeichen (hoch, tief, steigend, fallend) - Typ der Silbe (kam bpen = stimmhaft, kam dtaai = stimmlos) - Typ des Endkonsonaten und des Verschlußlautes ab.
Es gibt keine Zwischenräume
zwischen den Wörtern, sondern nur nach Sinneinheiten, die Satzteile, oder vollständige Sätze sein können. Es gibt keine Satzzeichen und keine Groß- und Kleinschreibung. Die Wortbildung und der Satzbau sind im
thailändischen von besonderer Bedeutung und dem deutschen Satzbau nicht ähnlich. Es ist daher nicht möglich den Satz Wort für Wort zu übersetzen, weil er keinen Sinn ergeben würde.
Die Schriftsprache unterscheidet sich jedoch deutlich von der gesprochenen Sprache. Häufig werden verschieden geschriebene Wörter gleich ausgesprochen, so daß man sie beim Hören nur nach dem Sinnzusammenhang
unterscheiden kann. Silbentöne werden in der Schrift nach festen Regeln, jedoch in der gesprochenen Sprache nach dem Gefühlszustand des Sprechers angewandt. Zusätzlich werden viele geschriebene Konsonanten, oder
Vokale nicht gesprochen, sie dienen nur dafür dem Wort einen bestimmten Sinn, beziehungsweise Bedeutung zu geben.
Für einen Deutschsprachigen ist es daher nicht einfach alle diese Regeln und Eigenheiten zu erlernen und wird daher meist ein “Buch mit 7 Siegeln” bleiben. Das erlernen der Sprache ist nach meiner Meinung nur
wirklich in Thailand möglich in speziellen Schulen für “Farangs” (so werden die europäischen Ausländer genannt). Das Lernen der Sprache in der Bevölkerung ist relativ schwer, da die Mehrzahl der Thailänder nicht
gewillt ist, einem Farang ihre Sprache zu lernen. Sie wollen gar nicht, das ein Farang sie versteht, denn dann könnten sie untereinander nicht mehr so offen und frei sprechen, wie sie das ansonsten gerne
praktzieren. Ausgenommen von diesem “Lernunwillen” sind natürlich die eigene Familie, denn wenn man einmal mit “Thailand” verheiratet ist, dann gehört man natürlich zur Familie und dann wird sogar erwartet das man
nicht nur die Kultur ansich, sondern auch die Sprache verstehen und Leben kann.
Ich persönlich finde das auch sehr wichtig, nur wenn man sich mit der Kultur eines Landes und deren Sprache auseinandersetzt kann man die Denk- und Handlungsweisen und die Sprache ansich verstehen. Ich würde mich
einsam fühlen, an einem Tisch mit Thai’s zu sitzen und kein Wort zu verstehen. Ich würde mich ausgegrenzt fühlen, denn ich kann nicht an deren Leben teilhaben. Das ist für mich der Hauptgrund, warum ich die großen
Strapazen auf mich nehme und versuche diese schwierige Sprache zu erlernen. Ich hoffe das mir dies so gut gelingt um irgendwann einmal in diesem Land leben zu können.
Anmerkung: Ich kenne einige Ausländer,
welche hier in Deutschland schon lange Zeit leben und immer noch nicht unserer Sprache mächtig sind und auch unsere Kultur nicht annehmen. Sie beklagen sich dann, das sie von uns nicht akzeptiert werden und nur die
Jobs machen, welche Deutsche nicht übernehmen wollen. Das ist traurig, und ich frage diese Personen dann auch, wie sie in einem fremden Land leben können, und scheinbar nicht gewillt sind, die Sprache dieses Landes
zu erlernen und die Kultur dieses Landes zu verstehen. Wie sollen wir sie integrieren, wenn wir das Gefühl haben, das sie weder an unserer Sprache, noch an unserer Kultur Interesse haben ? In schwierigen Situationen
(zb. Krankenhauseinlieferungen) sind sie darauf angewiesen ihre mittlerweile schulpflichten Kinder als Dolmetscher mitzunehmen. Da frage ich mich persönlich schon, wie kann es sein, das ich in einem fremden Land
leben möchte und nach X-Jahren immer noch nicht im Stande bin diese Sprache zu sprechen? - Das die deutsche Sprache schwierig ist, darüber sind wir uns alle einig, doch es gibt auch Menschen, zum Beispiel meine
Frau, die am 01. Juli 2003 nach Deutschland gekommen ist und kein einziges Wort Deutsch sprechen konnte - und heute, jeder der sie kennt, kann das bestätigen, - besser Deutsch sprechen kann, als viele andere
Ausländer, die um ein vielfaches länger hier leben. Ich persönlich
bezweifle deshalb, das diese Personen überhaupt ein “echtes Interesse” an unserer Kultur und Sprache haben - nur da taucht dann, ich hoffe berechtigt, die Frage auf: Was wollen diese Menschen hier bei uns ? Sie integrieren sich nicht, sie haben kein Interesse an unserer Kultur, - akzeptieren diese nicht einmal, haben kein Interesse unsere Sprache zu erlernen, wie sollen wir diese Mitmenschen verstehen und integrieren ? Genau das ist der Punkt für mich, die Antriebsfeder für mich persönlich - thailändisch zu erlernen -, damit ich eines Tages dort auch akzeptiert werden kann - ansonsten habe ich darauf keinen Anspruch !
Ich bedanke mich daher ausdrücklich bei meinen beiden Lehrerinnen “Khun Kru Suk” und “Khun Kru Kwanruethai” und hoffe das sie noch viel Geduld haben, mir weiterhin die Sprache bei zu bringen, damit ich nicht ein
“ausgegrenzter Ausländer” bin, wenn die Zeit gekommen ist dort - im Land des Lächelns - leben zu dürfen. Sawaddii khrap maag mag !!
Einige nützliche Informationen sind auf den Seiten:
http://www.thailife.de/
http://www.baanthai.com/sprache/
http://www.sawadee.com/
http://www.thailandtourismus.de/
http://www.baanthai.com/
http://www.pattaya-club.com/
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