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....ist nicht mehr !!
Aufgrund der so schlechten Geschäftslage musste ich meine Anteile als stiller Teilhaber zu einem Spottpreis verschleudern, weil außer Spesen is nix mehr gewesen.
Dieses Geschäft lohnt sich einfach leider nicht mehr, es ist quasi tot und dein Verdienst hängt nur noch vom Glück und Zufall ab - und auf beides sollte man bekanntlich nicht alleine bauen.
Dabei war es der Job - auch wenn viele grinsen - der mir in meinem Leben am meisten Spaß gemacht hat! Es ist der Job, wo “du” wirklich der Chef bist - auch wenn du kein eigenes Taxi hast.
“Du” als Fahrer bist der Chef, weil “du” das Hausrecht in deinem, oder dir überlassenen Taxi hast. “Du” bestimmst, wohin du fährst, wann du fährst und mit wem du wärst. So einfach ist das !
Niemand schreibt dir etwas vor, niemanden bist du Rechenschaft schuldig wo du warst...... ...und du hast jeden Tag Geld, bar auf die Kralle.
Du hast jeden Tag dein Glück neu in deiner eigenen Hand - und das meine ich wirlich so, weil du an keinem Tag weißt, was er dir bringen mag - viel - oder wenig Umsatz.
Du kennst nicht die Leute, mit denen du heute Kontakt haben wirst. Sind es nette Leute, dann erfreust du dich - hast du mal ein “A........” dabei - bleib ruhig! - in 10 Minuten steigt das wieder
aus - und dein Taxi gehört wieder dir alleine! - und solltest du das schon vor Fahrtantritt merken, das dein Gegenüber ein “A........” ist - ja dann fährst du es erst gar nicht!
In jedem anderen Job kann man sich seine Kollegen nicht aussuchen, in diesem Job habe ich keine Kollegen und die Kunden, die kann ich mir ebenso aussuchen, auch das geht in einem anderen Job nicht.
Wo? - in welchem Job - hat man so freie Entscheidungen? - in welchem Job hat man jeden Tag Geld? - in welchem Job kann man kommen und gehen wann man will? - und in welchem
Job kann man, wenn man möchte wirklich gute Taten vollbringen, jeden Tag, - an Menschen - die es einem sofort danken werden? - das geht alles nur beim TAXI-fahren.
Ich hatte viele glückliche Jahre in diesem Job, bei dem wirklich - vor allem nachts ein eigenes Fahrgesetz herrscht - du bist, neben der Polizei und den Besoffenen die nachts um 3 Uhr rumfahren
derjenige, der die Stadt kennt, - weil du bist der Profi in deiner Stadt !
Du hast Verantwortung anderen Menschen gegenüber und bist quasi für viele Notstände zuständig, du hilfst Menschen direkt und sofort, so wie es dir beliebt. Du bestimmst, wem
du hilfst - und wann! - du entscheidest ganz für dich alleine ! Niemals mehr habe ich diese Freiheiten in dieser Form so wieder erlebt
Ich danke Gott das ich jeden Tag und jede Nacht wieder heil aus dem Auto gestiegen bin, denn so schön dieser Job auch war - mit meinem Fuß stehst du im Gefängnis und mit dem anderen
im Grab - wobei ich mich vor dem Gefängnis mehr fürchte. Und leider, wenn man nicht aufpasst, gibt man mehr aus, als man verdient, denn die Wegelagerer lagern zu allen Zeiten und fast überall.
Auch hier lernt man, damit umzugehen, genauso wie mit all den verschiedenen Charakteren von Menschen, die man tagtäglich, oder nächtlich antrifft.
Ja, dieses Geschäft ist leider tot ! - Es geht kein Geschäft mehr, die Taxler leben mittlerweile am untersten Existenzminimum. Viele von ihnen haben nicht mal mehr eine Krankenversicherung. Es ist wirklich nicht zu
glauben, aber es ist wahr. Ich war deshalb gezwungen aufzuhören und habe meinen “gelben Schein” an die Wand genagelt.
Und noch etwas: Leider gibt es in diesem Job viele schwarze Schafe, viele welche die Fahrgäste bescheissen und auch viele die Auto fahren wie die Verrückten - nein besser: sie sind es auch!! Aber bitte!! -
nicht alle TAXI-fahrer sind so! nicht alle bescheissen ihre Fahrgäste und nicht alle fahren wie Geisteskranke! Deshalb meine Bitte: Scheren Sie nicht alle TAXI-fahrer über einen Kamm. Diejenigen welche das dennoch
tun, denen wünsche ich das sie nachts um 3 auf der Landstraße stehen, ihr Auto verreckt und der nicht besetzte TAXI-fahrer in einem Affenzahn an Ihnen vorbeirauscht und sich denkt: leck mich doch am “A....”,
denn genau das können Sie mich auch, wenn Sie tatsächlich so denken.
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